Über Irene Wolk
Mein Name ist Irene Wolk und ich habe 1957 das Licht der Welt erblickt. Meine Familie war das, was man damals Arbeiterfamilie nannte, und mit vier Kindern waren wir außerdem kinderreich.
Als Kind bekam ich relativ früh mit, was es heißt, immer zu wenig Geld zu haben, an allen Ecken und Enden sparen zu müssen und so ein oft sehr angespanntes Leben zu führen. Für mich stand daher relativ früh fest, was ich nicht wollte – immer zu wenig Geld zu haben.
Ich ging also so lange wie möglich zur Schule, war strebsam und fleißig und schaffte es als Arbeiterkind Abitur zu machen. Ich dachte damals, dass ich auf jeden Fall so die besten beruflichen Möglichkeiten hätte und auf jeden Fall mal besser dastehen würde als seinerzeit meine Eltern.

Ich hatte mit 19 keinen innigen Berufswunsch, ich hatte zwar gelernt und gelernt und ein relativ gutes Abitur gemacht, aber darüber komplett übersehen, dass es ja auch ein Leben nach dem Abitur gab. Wo waren meine Talente? Welcher Beruf passte zu mir? Ich war ratlos und unentschieden und so fand ich logischerweise auch keine Lehrstelle.
Da ich an das Gesetz der Anziehung glaube, ist genau das passiert, was es immer voraussagt: Wenn du selbst keine Entscheidungen triffst, tun es andere für Dich. Und so schickte mir das Universum eine Lehrstelle als Bauzeichnerin, die ich anfangs recht unentschlossen annahm. Die Entscheidung war aber richtig, denn nach anfänglichen Schwierigkeiten entdeckte ich meine kreativen Talente und studierte im Anschluss an die Ausbild Architektur.
Nach dem Studium begann eine wunderbare Zeit. Zwischenzeitlich verheiratet und mit einem kleinen Sohn beschenkt, begannen wir, unser Haus zu bauen. Gleichzeitig ging ich eine Partnerschaft mit einem Kollegen ein. Zu dieser Zeit dachte ich, ich wäre am Ende meiner Träume angelangt. Es war alles perfekt – ich hatte alles, was ich brauchte – dachte ich. Leider wacht man irgendwann mal aus Träumen auf, und nach ein paar Jahren, in denen noch unser 2. Sohn geboren wurde, zerbrach die berufliche Partnerschaft und mein Lebenstraum zerplatzte wie eine Seifenblase.
In all den Jahren, in denen ich mich irgendwie über Wasser hielt, habe ich immer andere für meine Situation verantwortlich gemacht. Geändert hat das nichts. Erst als ich begann, die Verantwortung für mein Tun und mein Denken zu übernehmen, veränderte sich etwas, kam etwas in Bewegung.
Aber – auch wenn man erkannt hat, dass etwas nicht richtig läuft und daran etwas ändert, heißt das nicht, dass es ewig so bleibt. Auch mit dem Wissen um die eigene Verantwortung kann man wieder zurück fallen, alles in Frage stellen, aufgeben wollen. Mich hat das Universum gleich mehrfach geprüft und mir immer wieder neue Aufgaben geschickt. Ich habe mehr als einmal den Wunsch gehabt, einfach aufzugeben und dem Erfolg nicht mehr hinterher zu laufen. Und so hat es mich mehrfach wieder zurück geworfen an Stationen, von denen ich dachte, ich hätte sie längst hinter mir gelassen.
Was ich daraus gelernt habe ist, dass es nicht reicht, nur um die eigene Verantwortung zu wissen, sondern man muss sie auch tatsächlich wahrnehmen. Und auch wenn es in zahlreichen Ratgebern so beschrieben wird, als wäre das ein Kinderspiel, habe ich erlebt, dass dies nicht zutrifft. Es ist ein ständiger Prozess, der viel Energie fordert und Durchhaltevermögen. Aber er gibt uns auch die Möglichkeit, selbstbestimmt zu denken und zu handeln, und das ist letztlich die Chance für den Erfolg.






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